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Es geht um Frieden oder Krieg

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Es geht um Frieden oder Krieg. Um nicht mehr und nicht weniger. Und das sollte eigentlich genügen.“

Gefunden:

 DER SPIEGEL ignoriert Kritik an seiner Berichterstattung. Doch der Widerstand der Leser wächst. Am Donnerstagabend gab es eine Demo vor dem Redaktionsgebäude in Hamburg: „Stoppt die Kriegspropaganda – empört euch JETZT!“

Folgender Brief (einer von vielen) wurde an die SPIEGEL-Redaktion geschickt als Reaktion auf „STOPPT PUTIN JETZT“ – damit er nicht ignoriert wird, wurde er im „Gelben Forum“ veröffentlicht und jetzt auch hier:

Guten Tag Herr Büchner, guten Tag Spiegel-Redaktion,

wenn Ihnen daran liegt, dass ich und mit mir zahlreiche andere Ex-Spiegelleser wieder mit ehrlichem Interesse den Spiegel kaufen und lesen, dann kann ich Ihnen ein paar Tipps in Form von Fragen geben, die meines Erachtens im Moment im Spiegel gestellt werden müssen, auch wenn das ihrer momentanen Propaganda-Linie zuwiderläuft. Aber wer noch mit wachem Verstand journalistische Grundsätze hochhält, kommt um diese Fragen nicht herum.

Hier fünf Angebote:

1) Warum erfahren wir nichts über die Auswertung des Flugschreibers von Flug MH17?

2) Warum dauert die Auswertung so ungleich länger als die Auswertung des Flugschreibers der Maschine, die über Mali abgestürzt ist?

3) Warum haben sich allein die Briten so schnell in den Vordergrund gedrängelt, um die Blackboxes an sich zu nehmen, wo doch die allgemeine Forderung bestand, eine internationale Kommission solle die Flugschreiber auswerten?

4) Warum erfahren wir nichts über die vom ukrainischen Geheimdienst beschlagnahmten Gesprächsmitschnitte zwischen MH17 und den ukrainischen Fluglotsen kurz vor dem Absturz/Abschuss?

5) Warum erfahren wir immer noch nicht, wer die Schüsse auf dem Maidan in Kiew zu verantworten hat?

Zu MH17:

Das Schweigekartell über die Flugschreiber von MH17 stinkt gewaltig zum Himmel.
Frage an Sie alle zur Einschätzung: Würden die Briten (bei denen die Flugschreiber sicherlich in bester Obhut sind…) mit der Veröffentlichung wohl so lange zögern, wenn die Flugschreiber deutlich nahelegten, dass die Separatisten oder gar die Russen den Absturz/Abschuss zu verantworten haben? Was meinen Sie, Herr Büchner? Was meinen die Damen und Herren Spiegel-Mitarbeiter?

Oder anders gefragt: Würden die Briten schonungslos und ganz offen darlegen, wenn die Ergebnisse der Flugschreiber nahelegen, dass doch eher die Ukraine eine Verantwortung an dem Unglück trägt? Was glauben Sie? Würden die Briten das ganz offen bekanntgeben?

Oder würde man sich hinreißen lassen, mit der Preisgabe dieser Informationen vielleicht doch lieber so lange zu warten, bis MH17 niemanden mehr interessiert, weil inzwischen eine ganz neue „Bombe“ hochgegangen ist? Wenn man Putin endlich dazu gebracht hat, in den Osten der Ukraine einzumarschieren? (Die Blackwater-Söldner werden ihre Aufgabe sicherlich professionell umsetzen.)

Wollen Sie als Journalisten wirklich wieder dieselbe Schuld auf sich laden wie beim Irak-Krieg 2003/2004?

Erst als damals das Kind in den Brunnen gefallen war, platzte die Bombe, und die USA mussten eingestehen, dass Saddam keine Massenvernichtungswaffen besaß. Und die Medien schauten tropfnass aus der Wäsche und sahen so elend dumm aus, wie man nur aussehen kann, wenn man all seine heeren journalistischen Grundsätze über Bord geworfen hat, und wenn man erleben muss, wie der eigene Berufsstand seine Ehre und seine Ethik verliert. Und dafür müssen bis heute tausende Menschen im Irak sterben, dafür steht die ganze Region immer noch in Flammen. – Und ausgerechent die USA empören sich über angebliche Völkerrechtsverstöße bei einer Volksbefragung auf der Krim?

Wie laut sollen wir noch über all das lachen?

Wenn es Krieg in Europa gibt, dann ist nicht nur Russland schuld daran (und ich würde NIE behaupten, Putin wäre überhaupt nicht Schuld daran). Die Schuldigen für diesen Krieg, den ich leider kommen sehe, sehe ich in gleichem Maße bei den USA, weil Washington schon seit den 90er Jahren nicht mehr auf Verständigung und Kooperation setzt, sondern nur noch auf knallharte Interessen- und Machtpolitik. Selbst die EU ist auf diesen Kurs eingeschwenkt. Es war die EU, die die Ukraine vor die Entweder-Oder-Frage gestellt hat – ein Land, dessen Zukunft sich ganz ohne Russland überhaupt nicht denken lässt, es sei denn man WILL die Konfrontation mit Moskau.

Und dabei wäre es die Aufgabe der EU gewesen, hier zwischen Moskau und Kiew zu vermitteln und eine gemeinsame Zukunft zu erarbeiten, die jetzt allen drei Akteuren gut zu Gesicht stehen könnte.

Stattdessen diese elende EU-Expansionsnummer auf Kosten anderer. Russland hat von allen Mächten noch den geringsten Expansionsdrang. Imperialistisches Streben sehe ich inzwischen vielmehr in Brüssel und Washington. Und wer sich endlich mal die Augen waschen würde, würde das auch ganz klar erkennen. Es ist wie der Elefant im Raum, über den niemand spricht. Nur Helmut Schmidt hatte den Mut, den Elefanten zu benennen: „Die EU ist größenwahnsinnig. Wir haben in der Ukraine nichts zu suchen!“ Wie der Mann doch recht hat!

Und deshalb ist auch der westliche „Qualitätsjournalismus“ schuld am kommenden Krieg. Spätestens seit US-Reporter sich karrieregeil als Kriegsreporter haben einbetten lassen, geht dieser Berufstand vor die Hunde. Mehr und Mehr. Aber man ist betäubt, man gehört jetzt dazu: zu den ThinkTanks, wo man sich bei leckerem Häppchen die Welt erklären lässt; man wird sogar vom amerikanischen Botschafter zum Essen eingeladen – hmm. Edel. Warum soll man dann noch mit professioneller Distanz über die USA und über das so hoch gehaltene transatlantische Bündnis berichten? Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Sollen doch die Bürger denken wie sie wollen.

Wer nicht so denkt wie die Elite, ist es ja gar nicht wert, beachtet zu werden. Und die Leser werden das schon alles schlucken, was wir ihnen im wahrsten sinne vor-schreiben. Kritiker darf man heute als Verschwörungstheoretiker brandmarken, dann ist Ruhe im Karton. Wo kommen wir denn hin, wenn hier jeder Hinz und Kunz kritische Fragen stellen darf. Das Recht haben nur wir, als „Stumrgeschütz der Demokratie“. Und wir bestimmen auch, welche Fragen genehm sind und welche nicht. So einfach ist das.

Ja, so einfach scheint das zu sein. Aber das Blatt wendet sich, das sollte Ihnen nicht entgehen. Der Unmut steigt, und ich persönlich muss sagen: Ich war noch nie so wütend über die offensichtlich gelenkte Berichterstattung unserer Medien.

Noch kündigen wir nur unser Abo oder lassen Spiegel, FAZ und SZ immer öfter am Kiosk liegen. Aber das ist nur der erste Schritt. Ich bin kurz davor, zum ersten Mal auf die Montagsdemos zu gehen, die Sie bislang so überlegen lächelnd ignorieren. Noch scheue ich mich ehrlich gesagt, aber ich frage mich inzwischen, auf welcher Seite sich eigentlich die größeren Idioten versammeln.

Deshalb, um zum Schluss zu kommen: Nehmen Sie Ihren Job wieder ernst. Stellen Sie die Fragen, die jetzt wirklich zu stellen sind. Es geht um Frieden oder Krieg. Um nicht mehr und nicht weniger. Und das sollte eigentlich genügen.

Ihr XXX

Quelle: http://www.mmnews.de/index.php/politik/19349-mh17-putin-brief-an-spiegel

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2 Kommentare

  1. Ein Friedensfreund sagt:

    Russische Armee spottet über Nato- und US-Sprecher

    Mit markigen Metaphern hat die russische Militärführung den westlichen Vorwurf der Truppenkonzentration an der ukrainischen Grenze zurückgewiesen. Die Nato-Vorwürfe seien so lächerlich, dass Russland einen Account eigens für die US-Geheimdienste erwäge, um sie endlich mit korrekten Informationen zu versorgen, hieß es.

    Generalmajor Igor Konaschenkow, Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, kommentierte die Vorwürfe des Westens, wonach Russland seine Truppen an der ukrainischen Grenze intensiv aufstocke.

    „Solche Äußerungen lösen im russischen Verteidigungsministerium nichts als Mitleid mit den Sprechern des Pentagons, des US-Außenministeriums und der Nato aus. Diese seriösen Menschen sind ja während ihrer Auftritte immer gezwungen zu improvisieren, damit ihre Erklärungen zumindest ein bisschen ernst klingen. Ihre regelmäßigen Äußerungen über eine Konzentration russischer Truppen an der ukrainischen Grenze ähneln einer Seifenblasen-Versteigerung, wo man versucht, einen möglichst hohen Preis zu nennen, bevor die Blase platzt“, sagte der russische General.

    Innerhalb von 24 Stunden habe der Westen beispielsweise den russischen Verband in der Region „verdoppelt“, so Konaschenkow: „Kaum hat Pentagon-Sprecher John Kirby über einen 10.000 Mann starken russischen Verband an der Grenze zur Ukraine berichtet, teilt Nato-Vizechef Alexander Vershbow mit, dort gebe es bereits 20.000 russische Soldaten.“

    „Eigens für Pentagon- und Nato-Sprecher möchte ich erläutern: Es ist unmöglich, solch einen großen Verband samt Waffen und Militärtechnik so schnell zu verlegen – erst recht im Verborgenen, ohne von den OSZE-Beobachtern bemerkt worden zu sein, die derzeit in der Region weilen“, so der russische General weiter.

    Um dem Pentagon und dem US-Außenministerium zu helfen und weitere Spekulationen über die angebliche russische Bedrohung zu verhindern, erwäge das russische Verteidigungsministerium die Einrichtung spezieller Accounts in den sozialen Netzwerken und auf Video-Plattformen, und zwar mit dem Ziel, die US-Geheimdienste über die Aktivitäten der russischen Streitkräfte objektiv zu informieren, hieß es ironisch.

    Zu Wort meldete sich auch der russische Luftwaffenchef Viktor Bondarew. Er wies die Kritik der USA am aktuellen Großmanöver im Gebiet Astrachan am Kaspischen Meer zurück. „Ich für meinen Teil sehe keine Gefahr für jemanden. Es ist einfach lächerlich, diese Übungen so zu betrachten, als ob wir jemanden angreifen wollen“, sagte Bondarew, der das Manöver vor Ort koordiniert.

    „Wenn man die Auftritte von US-Außenamtssprecherin Jen Psaki im Fernsehen beobachtet, ähnelt das einem kostenfreien Kinobesuch. Man sollte ihr wohl, wie im bekannten Witz, einen ‚Globus der Ukraine‘ schenken, damit sie weiß, wo sich alles befindet“, so der russische Luftwaffenchef.

    Psaki hatte Anfang der laufenden Woche gesagt, die USA seien tief besorgt über Russlands Pläne, groß angelegte Luftwaffenübungen im Grenzgebiet zu der Ukraine zu starten. Das russische Verteidigungsministerium erwiderte, Psaki scheine nicht einmal „elementare geografische Kenntnisse“ zu besitzen. „Das Truppenübungsplatz Aschuluk im Gebiet Astrachan liegt nahezu 1.000 Kilometer von der russisch-ukrainischen Grenze entfernt.“ Dann sagte die US-Außenamtssprecherin, wegen der Ukraine-Krise sei jede russische Militärübung derzeit als provokativ zu betrachten – egal, in welcher Region sie stattfindet.

    Hände weg von Russland!
    Hands away of Russia!

    Quelle: http://de.ria.ru/politics/20140808/269233632.html

  2. Ein Friedenskämpfer sagt:

    „Von einem geplanten Angriff der »Separatisten« auf Kiew ist nichts bekannt.“

    Dr. Kurt Laser, Berlin in „neues deutschland“, http://epaper.neues-deutschland.de/eweb/nd/2014/08/09/a/2/852141/

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