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Archiv für den Monat Mai 2014

2000 Tote sind akzeptabel…

… sagen zumindest der neu gewählte ukrainische Präsident und die USA:

Die russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti berichtete am Donnerstag abend unter Berufung auf eine hochrangige Quelle in Kiew, Poroschenko habe noch am Wahltag mit US-Botschafter Geoffrey Pyatt den »Antiterroreinsatz« im Osten der Ukraine erörtert. Sofort nach den Konsultationen in der US-Botschaft habe er in einer Beratung mit leitenden Vertretern des Militärs und des Sicherheitsapparates ultimativ gefordert, die Gebiete Donezk und Lugansk vor seiner für den 7. Juni geplanten Amtseinführung zu »säubern«. Dabei sei als akzeptable Zahl von Toten die Ziffer 2000 genannt worden. Pyatt habe sich für aktivere Handlungen der Armee im Osten der Ukraine ausgesprochen. Für den Fall, daß die Zahl der Todesopfer zu hoch werde, habe der Botschafter versichert, daß die USA den »negativen Effekt abfedern und die internationale Reaktion werden herunterspielen können«. http://www.jungewelt.de/2014/05-31/060.php

Als auf dem Maidan in Kiew Dutzende Demonstranten erschossen wurden, war das Entsetzen – zu recht – groß. Doch wo bleibt der Aufschrei angesichts der Bilder und Berichte aus Slowjansk? … Seit Tagen laufen Bemühungen der Stadtverwaltung Slowjansk, die Zivilbevölkerung zu evakuieren. Kiews Militär läßt Medienberichten zufolge jedoch niemanden aus der Stadt, alle werden wieder zurückgeschickt. Selbst ein Bus mit Kindern mußte nach fünfstündigem Warten an einer Straßensperre der Armee wieder in die Stadt zurückfahren. http://www.jungewelt.de/2014/05-31/004.php

RIA: Die US-Außenamtssprecherin Jen Psaki hat sich am Donnerstag geweigert, die Gewaltanwendung durch ukrainische Militärs im Osten des Landes zu verurteilen.
„Die ukrainischen Behörden haben das Recht, Gesetz und Ordnung in ihrem Land wiederherzustellen“, antwortete Psaki auf die Frage in Bezug auf Fotos, wo friedliche Bürger abgebildet sind, die vermutlich bei einem Granatwerferbschuss durch Militärs ums Leben kamen.
„Dies beunruhigt uns nicht“, fügte sie bei der Beantwortung der präzisierenden Frage hinzu, ob die USA die Gewaltanwendung durch ukrainische Militärs nicht für disproportional halten. http://alternativepresseschau.wordpress.com/

RIA: Das russische Außenministerium ist über die Weigerung Kiews befremdet, humanitäre Hilfe für den Osten der Ukraine anzunehmen, und ruft die ukrainischen Behörden auf, ihre  Position zu revidieren.
Das russische Außenministerium hatte am Mittwoch in einer Note an das ukrainische Außenministerium sofortige humanitäre Hilfe, vor allem Medikamente, für den Osten der Ukraine angeboten. In der Note wurde die Bereitschaft der russischen Seite bekundet, die Bevölkerung der  genannten Regionen zu unterstützen. Die Ukraine wurde auch gebeten, notwendige Maßnahmen für die Lieferung russischer Hilfsgüter in die vom Konflikt betroffenen Gebiete zu treffen.
„Am Donnerstag, dem 29. Mai, wurde vom Außenministerium der Ukraine eine Note gesendet, deren Text zumindest Befremden auslöst. Das Außenministerium der Ukraine hat das Thema humanitäre Hilfe und die Leiden der Menschen in den östlichen Regionen der Ukraine, wo wegen der von Kiew eingeleiteten Militäroperation täglich Menschen sterben und die Zahl der Verletzten und Betroffenen weiter zunimmt, voll ignoriert … http://alternativepresseschau.wordpress.com/

ITAR-TASS: Eine Quelle im Generalstab der Streitkräfte der RF gibt an, dass unter den ukrainischen Militärs, die an der Strafaktion im Südosten des Landes teilnehmen, etwa 300 Söldner der Ukraine sind, die erst im März-April aus Syrien zurückgekehrt waren, wo sie gegen die Regierungstruppen Assads gekämpft hatten. Sie wurden in die Bataillone des „Rechten Sektors“ in der Nationalgarde eingegliedert.
Es handelt sich vor allem um Scharfschützen und Angehörige von Speziaaleinheiten, die für ihre besondere Grausamkeit bekannt wurden, nicht nur in Syrien, sondern auch an anderen Brennpunkten, wie im Nordkaukasus. http://alternativepresseschau.wordpress.com/

Diese und andere Nachrichten brauchen wirklich keine Kommentare!

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Aus Sorge um den Frieden – Unterschreiben auch Sie!

„Aus Sorge um den Frieden und mit Blick auf die anhaltend kritische Lage in der und um die Ukraine wenden wir uns an Bundesregierung, Parlament und Öffentlichkeit mit der dringenden Bitte: Lassen Sie nicht zu, dass der Kampf um die Ukraine zu einem Stellvertreterkrieg zwischen dem Westen und Russland eskaliert!“  18.05.2014

Hier geht es zum Aufruf und zur Unterschrifts-Möglichkeit: http://www.kontext-tv.de/node/421

Mehr zum Thema:

Daniela Dahns Friedensaufruf zum Ukrainekonflikt

Journalistin und Schriftstellerin Daniela Dahn im Gespräch mit weltnetz.tv über ihren Aufruf „Aus Sorge um den Frieden“, die drohende Kriegsgefahr im Ukrainekonflikt und die Kluft zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung.

„Hundert Jahre nach Beginn des 1. Weltkrieges befindet sich die Welt in einer selbstverschuldeten gefährlichen Lage, in der sogar mit der Möglichkeit eines erneuten globalen Krieges gespielt wird. Es ist höchste Zeit, dass alle Menschen, die guten Willens und am Frieden interessiert sind, dem verantwortungslosen Kampf um Einflusssphären, Gaspipelines und geostrategische Positionen Einhalt gebieten. Wirtschaftssanktionen und andere „Strafmaßnahmen“ der USA, der EU und Deutschlands gegenüber Russland sind ein untaugliches Mittel zur Deeskalation, zumal der Westen selbst nicht in der Lage oder Willens ist, seine Verbündeten in der Kiewer „Übergangsregierung“ zur Einhaltung der ausgehandelten Verträge, zuletzt der Genfer Vereinbarung, zu bewegen. Sanktionen versperren den Weg zu Gesprächen und Kompromissen und wirken somit krisenverschärfend.“

 

Die EU drängt nach Osten – „Wir sind mitten im Kalten Krieg“. Interview mit Stephen Cohen, US-Russlandforscher; 14.05.2014

400 US-Söldner in der Ukraine, Auftrag & Kunde unbekannt – Ein Beitrag von Russia Today; 13.05.2014

Schüsse in Mariyupol. Ukrainische Nationalgarde schiesst auf unbewaffnete Demonstranten; 10.05.2014

Ukrainische Nationalgarde kämpft gegen das eigene Volk. Bewohner der Stadt Mariyupol protestieren gegen den Einmarsch der Ukrainischen Nationalgarde

Das Spiel mit dem Feuer: Die Mitverantwortung des Westens für die Ukraine-Krise. Daniela Dahn und Tomasz Konicz; 09.05.2014

Es schnürt einem die Kehle zu…

Es schnürt einem die Kehle zu:

Das einzige, das einem den Lebensmut nicht gänzlich verlieren lässt, ist die große Anzahl nüchtern und klug denkender Menschen, siehe die Kommentare zu den drei Artikeln. Aber statistisch gesehen sind es doch nur wenige. Vor allem aber: Gegen Macht kämpft Klugheit zumeist vergebens.

Um den Wahnsinn noch aufzuhalten, braucht es Engagements ganz anderer Dimension!

Drei Analyen und eine ungute Ahnung…

1. Ukraine bankrott – Der IWF übernimmt beim Nachbarn Rußlands das Kommando

Hannes Hofbauer (* 1955 in Wien, ein österreichischer Historiker, Journalist und Verleger der seit 1988 er zur sozialen und ökonomischen Lage in Osteuropa arbeitet [Wikipedia]) schreibt in seiner sehr faktenbasierten Darstellung einleitend:

„In Griechenland, Zypern, Irland und Spanien hätte kein einziger blauer Fetzen mit goldenen Sternchen länger als ein paar Minuten an einem öffentlichen Platz gehangen, ohne daß Empörte das Symbol wirtschaftlicher und sozialer Zwangsmaßnahmen umgehend entfernt hätten. Und auch in Italien war es zu dieser Zeit nur an wenigen Orten möglich, ungestört mit der EU-Fahne durch die Straßen zu ziehen.

Welcher Teufel ritt die ukrainischen Demonstranten auf dem Kiewer Maidan, im Spätherbst 2013 das Brüsseler Blau mit Sternenkranz zu hissen? Vielleicht die verzweifelte Hoffnung auf finanziellen Zuschuß und logistischer Hilfe von außen? In gewisser Weise wiederholte sich das, was neun Jahre zuvor die sogenannte orange Revolution ausgemacht hatte. Damals konnte sich der Autor selbst ein Bild von den Strippenziehern der Protestcamps machen: In der von dem US-Milliardär George Soros 1990 in der Ukraine gegründeten und finanziell bestens ausgestatteten Renaissance-Stiftung plauderte z.B. ein ehemaliger Bankfilialleiter, mittlerweile zum Koordinator der Revolte avanciert, aus dem Nähkästchen. Über Monate wurden zig Widerstandsseminare im ganzen Land organisiert, junge Menschen von Ausbildern der serbischen Organisation »Otpor!« trainiert, die stolz darauf waren, zuvor in Jugoslawien den Sturz des Präsidenten Slobodan Milosevic mitbetrieben zu haben. Bezahlt wurde das Ganze außer von Soros auch von der britischen Westminister-Stiftung, patronisiert vom damaligen englischen Premier Anthony Blair. Geld, Handys und Propagandamaterial nahmen die Aktivisten gleich nach Seminarschluß mit.

Vor dem Euromaidan 2013 hat sich die Renaissance-Stiftung dann verstärkt mit der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung koordiniert. Die Aufarbeitung des Beziehungsgeflechts zwischen den Unzufriedenen auf dem Maidan, den neofaschistischen Stoßtrupps von »Swoboda« und dem »Rechten Sektor« sowie ihren Unterstützern aus dem Westen steht noch aus…“

Es lohnt sich, den ganzen Artikel zu lesen!

Eine Ergänzung findet sich hier: Wer soll für die Ukraine 2.0 bezahlen?

2. Rainer Rupp: Die us-amerikanische Strategie

„Die USA wollen die Ukraine zu einem permanenten Krisengebiet unterhalb der Kriegsschwelle verwandeln“: Rupp gibt eine sehr eingehende und überzeugende Analyse, nachdem er einleitend bemerkt:

„Inzwischen hat der »Jahrmarkt der Heuchelei« – wie Dmitri Peskow, Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin, die westlichen Beschuldigungen bezeichnet – Massenmorde an Zivilisten in der Ostukraine zur Folge. Die westlichen Moralapostel bleiben ungerührt. Ihre freudige Zustimmung zum Einsatz von gepanzerten Fahrzeugen, Kampfhubschraubern und -flugzeugen durch die prowestliche Putschregierung gegen friedliche Ansammlungen unbewaffneter Zivilisten sagt alles, ebenso ihr eisiges Schweigen zum Massenmord in Odessa, wo die neofaschistischen Täter die Freunde des Westens und die verbrannten und totgeschlagenen Opfer nur »prorussische Separatisten« sind (siehe jW-Schwerpunkt vom 5.5.2014).

Genug mit diesem Theater! Wie sieht es hinter den Kulissen aus? Welche strategischen Interessen haben die Hauptakteure dieses Konflikts?“

Rupps Analyse beruht zu wesentlichen Teilen auf Stratfor-Lageberichten und kann so Bemerkenswertes berichten, u.a.:

  • Russland muss bestraft werden, wegen seiner Syrienpolitik, wegen seiner Beteiligung an der Schwächung des Dollars als Weltwährung: „Washington dank der von der EU mitinitiierten Destabilisierung der Ukraine eine ideale Gelegenheit gefunden, Rußland zu bestrafen und darüber hinaus auch langfristig vor der Haustür des Landes einen Krisenherd zu unterhalten, den die US-Administration nach Belieben befeuern kann, falls sich Moskau in anderen Teilen der Welt ihren Plänen querstellen sollte.“
  • Es gibt in den USA offenbar Pläne für eine neue Allianz, die die alte NATO ablösen/ersetzen soll: „Unterschiedliche Länder haben unterschiedliche Auffassungen von Rußland und andere Sorgen. Für sie wäre eine Wiederholung des Kalten Krieges, selbst angesichts der russischen Aktionen in der Ukraine, viel schlimmer als eine Anpassung an Rußland. Darüber hinaus hat das Ende des Kalten Krieges zu einem massiven Rückgang der militärischen Kräfte in Europa geführt. Ohne eine massive und schnelle Aufrüstung fehlt der NATO einfach die Kraft. Wegen der Finanzkrise und aus anderen Gründen wird es jedoch zu keiner Aufrüstung kommen. Außerdem erfordert die NATO Einstimmigkeit im Handeln, und diese ist einfach nicht mehr da.«Die Staaten entlang der russischen West- und Südgrenze dagegen haben laut Stratfor »ein primäres Interesse, sich russischen Machtansprüchen zu widersetzen«. Dagegen sei der »Rest Europas nicht in Gefahr«, und diese Länder seien auch »nicht bereit, finanzielle und militärische Opfer für die Lösung eines Problems zu bringen, von dem sie glauben, daß man ohne Risiko damit leben könne. Deshalb müsse jede amerikanische Strategie zur Schaffung neuer Strukturen an der russischen Peripherie »die NATO umgehen«. In dieser Region müsse eine neue, von den USA geführte Allianz entstehen, deren Mitglieder – im Unterschied zur NATO – »kein Vetorecht haben«.
  • „Die »Klitschko-Initiative« Berlins in der Ukraine, die den Unmut Rußlands herausforderte, [sei] einfach »verblüffend« gewesen. Sinn mache das Ganze erst, wenn die bereits erwähnte Erklärung von Gauck, Steinmeier und von der Leyen bei der Münchener »Sicherheitskonferenz« über eine stärkere und selbstbewußtere Rolle Deutschlands in der Welt ganz anders gemeint war, als sie gemeinhin interpretiert wurde.»Gehört zu dem neuen Selbstbewußtsein der Deutschen etwa, daß sie jetzt planen, die Bemühungen der USA zu konterkarieren?« fragt der Stratfor-Chef. Mit anderen Worten: Wollten Berlin und die EU den US-Plänen in der Ukraine zuvorkommen und die von Washington geschürte und bezahlte Revolte durch eine einvernehmliche Lösung mit Rußland beenden? Die verächtliche Art, mit der die US-Staatssekretärin Nuland in ihrem Handygespräch den deutschen Präsidentschaftskandidaten für Kiew beiseite geschoben hat, deutet auf keine kooperative, wohl aber auf eine angespannte Konkurrenzsituation zwischen Berlin und Washington hin.Inzwischen ist es Washington gelungen, die Rolle Deutschlands und der EU in der Ukraine zu marginalisieren…“

Es lohnt, den ganzen Artikel zu lesen!

3. Das Geschehen in der Ukraine: Nur ein Ablenkungsmanöver auf dem Weg zur Weltwährung?

Es liest sich wie eine Verschwörungstheorie und beruht doch auf Fakten, die wir alle kennen. Der Text ist eine äußerst lesenswerte Teilübersetzung des Artikel False East/West Paradigm Hides The Rise Of Global Currency von Brandon Smith auf www.alt-market.com).

Wenn man an die Geheimverhandlungen zum transatlantischen Freihandelsabkommen (TTIP) denkt, das die nationalen Regierungen weitgehend entmachten wird (die Verbraucher ohnehin), dann erscheinen die Überlegungen von Brandon Smith sehr glaubwürdig. Hier nachlesen! Und neben dem TTIP gibt es nun auch noch TISA!

4. Bankster demnächst auch im Weltall?

Ein möglicher Blick in die Zukunft

Massaker in Mariupol

Diesen Text bekam ich heute zugemailt, leider ohne Herkunftsnachweis. Manche hoch motivierten Mitstreiter haben leider noch immer nicht begriffen, wie unverzichtbar ein Quellennachweis ist. Der Inhalt der Mail ist aber so wichtig und mit so viel Links unterlegt, dass ich ihn trotz fehlendem Herkungsnachweis hier einstelle:

Massaker am 9. Mai in Mariupol: Nicht mal eine Woche nach den schrecklichen Ereignissen in Odessa, bei denen ukrainische Faschisten über 50 Menschen bei lebendigem Leib verbrannten, kam es in Mariupol zu einem erneuten Massaker.

Diesmal wurden bis zu 100 Menschen am Jahrestag des Sieges über den Faschismus erschossen!

Am Morgen des 9. Mai rief der neu ernannte Leiter der Polizeiabteilung in Mariupol, Valery Androschuk die lokalen Polizeikräfte zum Appell. Er wurde durch den Leiter des Sonderbataillons “Denpr” (ein neu gebildetes Todesschwadron der Neo-Nazi ) begleitet. Während der Appells verlautbarte der Polizeichef den Regierungserlass, dass die Polizisten die Demonstration zum Tag des Sieges über den Faschismus zerschlagen und die aktivsten Demonstranten festnehmen sollen. Der Tag des Sieges wird jedes Jahr am 9. Mai gehalten, um an den Sieg über den Hitlerfaschismus im Jahre 1945 zu erinnern.

Die Polizisten weigerten sich, die Befehle des neu ernannten Chefs zu erfüllen. Dann nahm der der Polizeichef Andruschuk seine Pistole und schoss auf einen der anwesenden Polizisten. Seine Kollegen schossen zurück. Der Polizeichef wurde verwundet und der Führer des Todesschwadrons “Dnepr” wurde auf der Stelle getötet. Die Mitarbeiter der Polizei desertierten. Sie sagten, dass sie keinen Krieg gegen ihr eigenes Volk führen würden. Androschuk verbarrikadierte sich in einem der Büros des Gebäudes und rief die Nationalgarde, um ihm zu helfen aus dem Polizeirevier zu fließen. Mannschaftstransportwagen (APCs) der “Nationalgarde” und des Rechten Sektors wurden entsendet, um den Aufstand der Polizei, die zu den Menschen der Stadt übergelaufen war, zu unterdrücken. Diese rückte prompt an und begann mit dem Angriff. Mindestens 14 APCs und Panzer wurden in Mariupol von der ukrainischen Regierung in den Einsatz geschickt. Die Bürger der Stadt gingen sofort auf die Straße und versuchten, die Panzer mit bloßen Händen zu stoppen. Am Ende waren sie jedoch nicht erfolgreich. Und so begannen die Panzer den Angriff auf die Stadt.

Mariupol, Ukraine, 9.5.2014: Civilians stopping tank
http://www.youtube.com/watch?v=J2xpoTv_Sg4

Mariupol, Ukraine, 9.5.2014: Civilians stopping tank
http://www.youtube.com/watch?v=lyNHW50lD4I

Mariupol, Ukraine, 9.5.2014: Civilians stopping tank
http://www.youtube.com/watch?v=68nQU_0K0tI

Anwohner versuchten, ihre Polizisten zu verteidigen. Die “Nationalgarde” eröffnete jedoch sofort das Feuer auf die unbewaffneten Zivilisten. Die APCs der “Nationalgarde” umstellten das Polizeigebäude und eröffneten das Feuer mit Maschinengewehren und RPGs.

Mariupol, Ukraine, 9.5.2014: Ukrainian Army shooting RPG at police station
http://www.youtube.com/watch?v=eyX7OeoulZg

Die Polizisten erwiderten das Feuer. Am Ende geriet das Polizeigebäude in Brand und brannte schließlich vollständig ab. Einige der Polizisten wurden im Inneren des Gebäudes lebendig verbrannt. Der Polizeichef Valery Androschuk versuchte, während dem Angriff auf das Gebäude zu entkommen. Die Anwohner nahmen ihn jedoch gefangen und schlugen ihn. Bisher gibt keine Informationen über seinen Verbleib. Es ist unklar, ob er fliehen konnte. Die Bilder zeigen die Polizeistation, die auf die Grundmauern niederbrannte.

Unbewaffnete Zivilisten im Zentrum der Stadt versuchten, die ukrainische Armee zu aufzuhalten. Doch diese schoss umgehend auf die Demonstranten und tötete dutzende Zivilisten. Die sich zurückziehende Armee schoss wahllos auf unbewaffnete Zivilisten, die sich in der Nähe der brennenden Polizeistation versammelt hatten. Dutzende wurden getötet.

Gemäß eines Berichts von Russia Today, wurde einer ihrer Lokalreporter angeschossen und schwer verletzt. Die ukrainischen Behörden verweigerten einem medizinischen Hilfsflugzeug, das den Verwundeten Reporter transportieren sollte die Landung.

Mariupol, Ukraine, 9.5.2014: Army killing civilians
http://www.youtube.com/watch?v=diOl06EWHiI

Mariupol, Ukraine, 9.5.2014: Army killing civilians
http://www.youtube.com/watch?v=Pw6HuPhQw-Y

Mariupol, Ukraine, 9.5.2014: Dozens civilians killed
http://www.youtube.com/watch?v=Sy0Hpv-6-y0

Mariupol, Ukraine, 9.5.2014: Army killing civilians
http://www.youtube.com/watch?v=dHddHPYi62Y

Dann begannen die Anwohner wieder die Kontrolle über die Stadt zu übernehmen. Einer der APCs wurde von ihnen beschlagnahmt. Die Menschen auf den Straßen begannen die Armee zu verdrängen und bauten Barrikaden. Die verbleibenden Polizisten die den Angriff überlebt hatten schlossen sich ihnen an. Nach den schweren Konfrontationen mit der “Nationalgarde” und Aktivisten des Rechten Sektors mussten diese sich aus der Stadt zurückziehen. Der Bürgermeister floh ebenfalls aus der Stadt.

Der amtierende Innenminister Arsen Avakov und die Regierung in Kiew erklärten, dass mindestens 20 “Terroristen” (das ist die derzeitige Bezeichnung der Behörden in Kiew für unbewaffnete Bürger der südöstlichen Ukraine) getötet und vier weitere festgenommen wurden. Laut Anwohnern von Mariupol und Ärzten aus dem Krankenhaus war die reale Zahl der Todesopfer vom 9. Mai bis zu 100 Personen.

Mariupol, Ukraine, 10.5.2014: Resident says that at least 100 were killed yesterday
http://www.youtube.com/watch?v=pCSgQb9EFtU

Heute, am 10. Mai 2014 veranstalteten die Menschen in Mariupol eine Spontandemonstration unter dem Motto: “Ruhm und Ehre unseren Polizisten – unsere Verteidiger! Nieder mit den Polizei-Mördern der Nationalgarde!” Am Nachmittag des Tages lagen immer noch dutzende von Leichen in den Straßen der Stadt herum, die gestern von der Armee getötet wurden. Jedoch hat die Armee sich nun aus Mariupol zurückgezogen und die Stadt ist nun vollständig unter der Kontrolle der lokalen Bevölkerung.

Querverweise:

http://de.ukraine-human-rights.org/massaker-in-mariupol-bis-zu-100-menschen-am-jahrestag-des-sieges-uber-den-faschismus-erschossen/

http://rt.com/news/157976-mariupol-rt-stringer-wounded/

http://en.wikipedia.org/wiki/Victory_Day_%289_May%29

US-Söldner kämpfen in der Ukraine

Die „Junge Welt“ berichtet heute:

Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat die Bundesregierung Ende April darüber informiert, daß 400 Söldner der US-amerikanischen Privatarmee »Academi« in der Ukraine im Einsatz sind. Das berichtete Bild am Sonntag – versteckt in einem Artikel, in dem es ansonsten darum geht, daß »Putin der Lüge« überführt sei… Dem Bericht zufolge hat der Vertreter des BND bei der »Nachrichtendienstlichen Lage« am 29. April im Bundeskanzleramt gestützt auf US-Geheimdienstberichte informiert, daß die Söldner rund um die Stadt Slowjansk als »Guerillakämpfer« gegen die Widerstandsbewegung aktiv seien…

»Academi« ist das Nachfolgeunternehmen der aus dem Irak-Krieg berüchtigten Söldnertruppe »Blackwater«. … »Academi hat keine Beziehungen mit einer Entität namens Blackwater oder mit dem früheren Eigentümer Erik Prince«, heißt es in einer im März von dem Unternehmen veröffentlichten Pressemitteilung. Tatsächlich aber ist »Academi« direkt aus »Blackwater«, das zwischenzeitlich »Xe Services« hieß, hervorgegangen. Dpa berichtete am Sonntag: »2010 kaufte eine private Investorengruppe die Firma. Der Gründer Erik Prince verließ das Unternehmen. Geleitet wird die Firma nun vom Ex-Brigadegeneral der US Army, Craig Nixon. Im Aufsichtsrat sitzt auch der ehemalige Justizminister unter Präsident George W. Bush, John Ashcroft. Der Hauptsitz in McLean (Virginia) und die Trainingsanlage in North Carolina wurden übernommen. Das Unternehmen erhält weiterhin lukrative Aufträge der US-Regierung, unter anderem als Betreiber von Militäranlagen in Afghanistan.«

Die US-Söldner sind offenbar nicht die einzigen westlichen Berufskiller, die in der Ukraine mitmischen. Schon im März stiegen US-Amerikaner in Militäruniformen in einem Kiewer Hotel ab, die nach jW-Informationen mit »logistischen Vorbereitungen« betraut waren. Etwa zur gleichen Zeit hatte auch der russische Außenminister Sergej Lawrow öffentlich Aufklärung über die Präsenz von 150 Söldnern des »Academi«-Ablegers »Greystone« verlangt, die auf der Seite der ukrainischen Armee an den Kämpfen beteiligt seien…
Aber natürlich ist nur Russland an dem bürgerkriesähnlichen Geschehen in der Ukraine schuld! Schuld auch an den gestrigen Abstimmungen in der Ostukraine und deren Ergebnissen. Die hätte es verhindern müssen, befanden die westlichen Politiker, auch unsere Bundeskanzlerin. Da komme ich schlichtes Gemüt ins Grübeln: Wenn man von Russland erwartete, dass es ins Geschehen beim Nachbarn wirksam eingreift, dann müsste es doch erst einmal vor Ort sein? Waren und sind die Vorwürfe an Russland eine mehr oder weniger offene Aufforderung zum Einmarsch in die Ukraine? Damit es endlich Krieg geben kann? Geht es eigentlich noch unverantwortlicher?!

Wie sie lügen:

Aktuelles:

Menschen „liquidiert“ – am „Tag des Sieges“

Die Junge Weit berichtet heute:

Die Kiewer Machthaber haben den »Tag des Sieges«, den Jahrestag des sowjetischen Triumphs über den Hitlerfaschismus am 9. Mai, auf ihre Weise begangen. Am Vormittag rückten Truppen des Regimes mit Panzerunterstützung in die Stadt Mariupol im südlichen Donbass ein. Bei Kämpfen um das von Aufständischen besetzte Polizeipräsidium kamen nach unterschiedlichen Medienberichten bis zu 30 Menschen ums Leben, es gab etliche Verletzte, darunter einen Kameramann des russischen Fernsehsenders RT. Bewaffnete, die offenbar nicht der offiziellen Kiewer Armee angehörten, sollen gezielt auf Zivilisten geschossen haben.

Beim Kampf um das Polizeipräsidium gingen die Angreifer offenbar nach dem Szenario des Massakers von Odessa vor und legten Feuer, während sich im Inneren noch Menschen aufhielten. Das Gebäude brannte weitgehend aus. »Innenminister« Arseni Awakow sprach von 20 »Terroristen«, die »liquidiert« worden seien

Den ganzen Artikel lesen!

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